8 Monate

Ich kanns überhaupt nicht fassen. Klar, manchmal sitzt man ewig rum, manchmal wartet man lange aufs nächste Wochenende oder auch den erneuten Schulbeginn, die Zeit neigt sich dem Ende zu, und eigentlich hab ich ja noch fast 4 Monate hier- aber trotzdem, wenn ich zurückblicke erscheint da immer diese unglaublich große, immer größere werdende Zahl, und ich frage mich zunehmend, was ich bisher eigentlich gemacht habe?

Für heute kann ich das beantworten;)
Heute (Vor)Mittag war ich mit meiner Vermieterin, die sich nicht nur mir gegenüber, sondern auch den 4Jungs, die sich in der Schulzeit bei ihr einmieten, als Gastmutter begreift, Mais ernten:)
Ihre Schwester wohnt direkt am See, sprich ca. 6-7km weg, und weil es da unten komischerweise wesentlich weniger regnet als hier oben, haben sie also auch hier in der Nähe ein Maisfeld. Die haben also essen mitgebracht, und dann gings ab durch die Felder.
Fotos gibts diesmal leider keine- mein Handyakku war leer und auch meine Kamera ist anscheinend weg(s.u.), aber, wenn sie bis dahin genug Geld haben, sich dann auch ein Auto/Ochsenkarren für den Maistransport zu mieten, ist nächsten Samstag das nächste Feld dran;) Meine Kamera ist weg?
Jap, trotz der vielen Warnungen, und Erzählungen, wurde mir letztes Wochenende am Busbahnhof meine Tasche geklaut. Es war ne „Handtasche“(nicht mein großer Rucksack), die ich eben im Bus hatte bei mir haben wollen, und dementsprechend waren da leider viel zu viele Wertsachen drin gewesen, soll heißen, die ganze Elektronik usw ist jetzt leider weg.(Ok, Laptop habe ich wie ihr seht noch, und mein Handy ist auch noch da:). Sowieso hatte ich ziehmliches Glück im Unglück: Am Busbahnhof rennen immer unglaublich viele Verkäufer rum, die die Unterschiedlichsten Waren in die Busse reinhalten und die Leute zum passenden Bus dirigieren wollen. Wirklich, Äpfel,gekochte Eier, Kekse, Lutscher, Wasser, Softdrinks, Schuhe, Sonnenbrillen, Zeitungen, Units(Prepaidguthaben fürs Handy)- es gibt fast alles.
Jedenfalls, sobald ich merkte, dass meine Tasche weg war, hab ich alle angesprochen, und direkt einen Finderlohn ausgerufen. Ich hab versucht den Verkäufern zu erklären, das sie das ganze Geld gerne behalten können(als ob ich das je wiederbekommen würde), es aber auch Dinge in der Tasche gibt, die mir unglaublich wichtig sind, für die Diebe aber keinen Wert haben(zB mein Tagebuch) und ich diese unbedingt wiederhaben möchte. Bis das geklärt war wurde es schon dunkel, ich hab also wie geplant bei einem anderen Freiwilligen dort übernachtet, konnte mir ein bisschen Geld leihen(danke nochmal;), und bin dann am nächsten Morgen also zur Polizei.(1x Anzeige erstatten hat fast 2h gedauert, und ich musste mind. 3x erklären, dass ich wirklich gar kein Geld mehr bei mir habe, bis sie mir dann einen betont kostenlosen Polizeireport gegeben haben.)
Jedenfalls hatte ich ziehmliches Glück, als ich ans Busdepot kam, wurde ich wiedererkannt, und habe tatsächlich einiges(alle deutschen Zettel und Bücher, vorallem aber meinen Reisepass und sogar die -inzwischen gesperrten- Bankkarten) wiederbekommen:)

Achso, ihr werdet es wahrscheinlich nicht mitbekommen haben, aber vor 10Tagen starb der Malawische Präsident an einem Herzinfarkt. Es hatte im letzten Jahr (für hiesige Verhältnisse) ziehmlich viele Proteste und Unzufriedenheiten gegeben, und an den ökonomischen Problemen(Inflation, Benzin- und Zuckerkrise) wurde gerade dem Präsidenten eine ziehmliche Schuld zugeschrieben, dementsprechend haben sich viele also vorallem gefreut, das Malawi jetzt eine neue Präsidentin hat.
Jedefalls ist heute Feiertag, den heute, immernoch, wird gerade der ehemalige Präsident beerdigt.

Die Schule hat wieder angefangen, die erste Woche des letzten Schuljahresdrittels ist rum, natürlich stehen für 2 unserer 4 Klassen(Jahrgängen) zentrale Abschlussprüfungen an, ich hoffe aber, dass das sonstige Schulleben und die anderen beiden Klassen nicht zu sehr darunter leiden werden, also bin gespant und ich denke es wird wieder einiges zu tun geben;) Ganz liebe Grüße aus Malawi, selina:)

Advertisements

Teil 4 -ende;)

Ich denke mal, die 4x 8h Infos würden hier den Rahmen sprengen:/

Jedenfalls waren dannach noch gut 2 Wochen Ferien, in denen ich zusammen mit einigen anderen Freiwilligen durch den Süden gereist bin, bzw. auch andere Freiweillige besucht habe. Vorallem der Berg und die Teefelder in Mulanje sind mir in Erinnerung geblieben, dort ganz im Süden. Da war ich nicht ganz oben, dafür sind wir aber in Zomba(Malawis alte Hauptstadt) auf’s Plateau geklettert und haben dort die ganze Aussicht genossen:)
Weihnachten war ich bei 2 Freiwilligen, die direkt am See wohnen, wir haben gewichtelt, die hatte eine große Musikanlage gemietet, aus der erstaunlicher Weise die vollen 3Tage lang quasi immer(von Stromausfällen abgesehen) Musik lief, die glaube ich fast allen irgendwie echt gut gefiel. Ansonsten war’s sehr entspannt, Wasser, Sonne, Urlaub eben;) Genauso wie Silverster, da waren wir als große Freiwilligengruppe in Cape McClear, auch am See ziemlich im Süden. Ist relativ touristisch dort, sprich es reiht sich Lodge an Lodge, aber dafür konnten wir auch ne Bootstour auf die Inselchen vor uns machen, und durch bunte Fische Schnorcheln. Das ist wirklich total unglaublich, eigentlich braucht man dort garkeine Schnorchel, da gibts so viele Fische in allen möglichen Farben, dass man sie selbst vom Boot/Ufer aus gut erkennen kann:)
Also ich hatte wunderbare Ferien, gehabt, war kaum wieder hieroben gewesen, als es letzte Woche wieder runter zum Zwischenseminar ging(Ja, wieder am See, in Senga Bay, sprich auf Höhe von Lilongwe, leckeres Essen, wir haben uns gegenseitig unsere Einsatzplätze vorgestellt, mehr darüber Erfahren, was die Entwicklungspolitk hier im Land macht, und noch ganz viele andere Dinge.)

Jetzt hoffe ich erstmal, dass in der Schule die Dinge ins Rollen kommen, die schon so lange in Startbahn stehen. Aber vorher organisiere ich mir erstmal Internet, um das hier hochzuladen;)
Sollte das klappen(und sonst erst recht) versuche ich, alle emails zu finden, die noch auf eine Antwort von mir warten(gerne dran erinnern, und neue schreiben, LESEN ist, seit ich aufm Handy regelmäßig Internet habe, kein Problem mehr;) und euch da auch nochmal zu schreiben!

In der Zwischenzeit, schaut doch mal, ob ihr auf http://oldvox732.blogspot.com/ irgendwelche Test-fotos von mir finden könnt. Mein Handy hat irgendwie so’ne „Foto-als-Blog-Posten“ funktion, und wenn ich die richtig verstehe, da irgendwo einen Blog erstellt…. Jedenfalls hab ich das mitm PC noch nicht gesehen, aber wenn das funktionieren würde, könnte ich darüber vielleicht noch mehr Fotos verschicken.. ganz liebe Grüße aus Malawi, Selina:)

Mit einem Mobiltelefon gesendet

Teil 3

Jedenfalls wurde Mercy vom Direktor als eine Art Bibliotheksassistentin eingestellt, sitzt also mit mir zusammen in der Bibliothek, und widmet sich der Arbeit die so anfällt. Wir verstehen und gut, aber bei dem Lohn, den sie hier bekommt, wird sie wohl versuchen, sobald ihre Verwandten/Bekannten dort einen Job für sie gefunden haben, zurück nach Blantyre oder auch Lilongwe zu gehen…
Nachdem es da im ersten Term einige Probleme gegeben hatte und ich mich dann später auf die Bibliothek konzentrieren wollte, stehen nachmittagsclubs jetzt fest im neuen Stundenplan drin und laufen langsam an. Ich bin gespannt, was sich entwickelt, aber ich denke mal, da kann ich nächste Woche noch mehr zu sagen.

Was war noch ein Thema? Freizeit, hatte ich dazu schon mal was gesagt, schon, oder?
Es gibt in Malawi- neben den Weltwärtsfreiwilligen, von denen es übrigens auch einige gibt, die über Kirchliche Träger/NGOs hier sind, auch noch andere Freiwillige aus Japan und den USA, und- ich staune immer wieder- obwohl ich ihnen kaum begegne, auch hier im ländlichen Chilumba.
Die Japanerin, die -in die andere Richtung- tatsächlich näher als ich an meiner Schule lebt, hatte ich, von einer flüchtigen Begegnung an meinem allerersten Tag hier oben abgesehen, nie wieder getroffen, bis zu dieser Woche. Jedenfalls haben wir uns lange unterhalten, und eine ihrer allerersten Fragen an mich war, was ich denn in meiner Freizeit hier machen würde. Und irgendwo hat sie recht: Hier gibts einfach nichts zu tun. Oder zumindestens (Laura, du hast hoffentlich nichts dagegen, wenn ich dich zitiere?) nicht „die ganzen Ablenkungen der westlichen Welt“.
Klar, muss man sich nicht langweilen, wer das tut(und sonst nix) ist dann doch selber schuld. Was machen Malawier den ganzen Tag?
So weit ich das bis jetzt beurteilen konnte, eben Schule/Arbeiten soweit es sie betrifft. Wenn es nötig ist, gehen sie aufs Feld und kümmern sich um Mais und Cassava. Hausarbeit nimmt gerade für Frauen recht viel Zeit ein. Ja, und in der Freizeit geht man eben zu anderen Häusern, Freunde/Verwandte besuchen, quatscht mit denen(„To play“ nennen die das hier oft- im Chitumbuka scheint es für „quatschen“ und „spielen“ das gleiche Wort zu geben). Oder man spaziert zur Junktion bzw. nach St.Anns, dass sind die nächsten 2 Orte, wo’s Kioske mit Alltagsartikeln, einen kleinen Tomatenmark sowie einige Bars und Fernseh“kinos“ gibt.
irgendwo soll’s zB auch ne Volleyballmannschaft geben, aber dergleichen habe ich bisher noch nicht ausfindig machen können..
Und ich? Kriege auch oft Besuch, bin dann manchmal froh, ein bisschen Zeit zum Nachdenken zu haben(über Sinn,Gott&die Welt,oder ob ich nicht doch lieber was anders als Mathe studieren will,stellt euch das nicht zu hoch vor;) oder lese eben auch gerne mal was.[Oma,Opa,Papa,danke,da bin ich jetzt glaube ich erstmal versorgt,und wenn ich die Bücher auswendig kann, wird eben amazon geplündert oder ich wühle mich durch die klassiker der weltgeschichte;)]
Für einen Nachmittagsausflug ist mir der See zu weit weg, aber ein Spaziergang mit Seeblick(ggf. inkl. einer Einkaufstour nach Uliwa) ist eigentlich immer drin. Oder ich lasse mir am Wochenende die Umgebung zeigen und fahre nach Karonga oder Rumphi.

Was habe ich vergessen? Weihnachtsferien.
Anfang Dezember war ich erstmal- für die Schule quasi- eine Woche lang in der Uni in Mzuzu und habe einen Kurs für (Lehrer)bibliothekare besucht, war gut, ich habe einiges gelernt dort;) Jedenfalls waren dann Schulferien, und es ging nach Mua zum Kulturseminar.
Dort hat ein ehemaliger Kanadischer Missionar, der inzwischen seit 44Jahren im Land lebt, und es sich zum Lebensinhalt gemacht hat, die Ngoni- und Chewakultur zu erforschen und teilzuhaben, quasi ein ganzes Kulturdorf mit Unterkünften, Museum, Schnitzereien, Traditioneller Tanzgruppe usw. aufgebaut. Eine Woche lang hatten wir das Glück,unglaublich viel über Traditionen, Lebensweise, Glauben, Bräuche besonders der Chewa und Ngoni zu erfahren, inklusive Tanzvorführung und „selber probieren“. Ich denke mal, die 4x 8h Infos würden

Mit einem Mobiltelefon gesendet

Teil 2

Ich kann es mir nur so erklären, dass die NationaleStromgesellschaft nicht die nötigen Mittel und das Material hat, 2-3 Holzmasten aufzustellen und ein Kabel zu verlängern. Sowieso fährt mein Schuldirektor mindestens alle 2 Wochen nach Karonga(nächstgrößere Stadt) um persönlich nachzufragen, wo denn der Stromanschluss bleibt. Ich bin gespannt, ob das in diesem Jahr noch etwas wird. Ein Entwicklungshelfer meinte mal, in Malawi ans Stromnetz angeschlossen zu werden sei vergleichbar damit, in der DDR damals einen Trabbi zu bekommen. Also viel Glück und frohes warten;)]

Ich weiß nicht, ob ichs in irgendeiner email erwähnt hatte, am Telefon hatte ich es euch auf jeden Fall damals schon erzählt, Jana hat das Projekt gewechselt. Die Arbeit, die Lebensumstände- man muss dazu sagen, dass sie eine andere Einsatzplatzbeschreibung hatte als ich, wir aber beide das gleiche gemacht hatten. Jedenfalls waren ihre Erwartungen, Vorstellungen, wohl andere, sie war hier von Anfang an nicht 100%ig glücklich gewesen, und ist also Ende Oktober/Anfang November in eine NuserySchool+Nachmittagsbetreuung in Lilongwe gewechselt. [Wen es im Detail interessiert, sie schreibt-im Gegensatz zu mir auch regelmäßig- blog, einfach googlen, wenn ihrs garnicht findet ich hab den link auch irgendwo gespeichert.]
Seit dem wohne ich alleine, und ich muss zugeben, dass es wesentlich besser klappt, als ich erwartet hatte.
Klar, wenn jetzt irgendwas ist, worüber ich mich gern mit ner andern Freiwilligen(/Deutschen) unterhalten würde, bleibt mir eben „nur“ noch, sms zu schreiben, mind.2h zu fahren(in Rumphi ist auch nur noch eine Freiwillige), oder klar, email, andere Freiwillige, die Menschen hier;)
Was so an Hausarbeit anfällt, hat sich natürlich direkt verdoppelt, und ich glaube ich habe ziehmlich schnell gemerkt, dass ichs zwar generell nicht schlimm finde, zB Wäsche mit der Hand zu waschen, dergleichen aber doch eher als lästige Pflicht empfinde.
Andererseits hoffe ich jetzt, dass ich mich doch noch zusammenreißen werde, und endlich mehr Tumbuka lerne.
Die Sprache ist nämlich angeblich gar nicht soo schwer- klar, die ganze Grammatik, Dinge wie ich/du/mein/dein/mir/sich/uns/.. werden GANZ anders als in den mir bekannten Sprachen ausgedrückt und sind für mich dementsprechend schwer zu begreifen, aber ich glaube für den Anfang fehlen mir vorallem die Vokabeln. Und dadurch, dass die Schüler in der Schule(außer mit mir) Englisch sprechen müssen, und ich nicht-standard-sätze/unterhaltungen nach wie nicht verstehe, bin ich sprachlich leider immernoch auf dem Stand, auf dem ich im September war, oder so kommt es mir zumindestens vor.

Nochmal zurück zur Schule, Jana ist gewechselt, dafür gibts jetzt Mercy, eine Malawierin, quasi genau so alt wie ich, hat letztes Jahr im Süden die Schule beendet und wohnt jetzt wieder hier bei ihrer Mutter. (Die allermeisten weiterführenden Schulen in Malawi sind mindestens zum Teil Internate. Selbst bei uns gibts es viele Schüler, die von so weit her kommen, das sie sich unter der Woche in der Umgebung der Schule ein Zimmer mieten. Ich glaube, ich hatte mal den Grundriss „meines“ Hauses und des Hauses dahinter zu beschreiben versucht, oder? So oder so ähnlich sehen hier die meisten „Häuser“ aus, das „Häusschen bzw. die Räume dahinter“ nennen sich dann „Boys Quarter“ und ja auch bei „mir“ wohnen da einige Schüler drin. Es tut mir furchtbar leid, dass die so wenig Platz haben, besonders, seit dem ich alleine in dem großen Haus wohne, aber 1. würden die- alleine aus finanziellen Gründen- wohl auch wenn ich nicht hier wäre in diesen kleinen Räumen dahinter wohnen, und 2. spielt sich hier eigentlich sowieso das ganze Leben draußen ab.)
Jedenfalls wurde Mercy vom Direktor als eine Art Bibliotheksassistentin eingestellt, sitzt also mit mir zusammen in der Bibliothek, und widmet sich der Arbeit die so anfällt. Wir verstehen und gut, aber bei dem Lohn, den sie hier bekommt, wird sie wohl versuchen, sobald ihre Verwandten/Bekannten dort einen Job für sie gefunden haben, zurück nach Blantyre ode

Mit einem Mobiltelefon gesendet

Lebenszeichen-hallo aus Malawi teil 1

Hallo alle zusammen!!
Also zuerst mal tuts mir furchtbar leid, dass ich schon so lange nix mehr geschrieben habe. Irgendwie ist das hier mit dem Strom und dem Internet immer ein Problem:(

Jedenfalls gehts mir gut, auch hatte ich bisher ziemliches Glück, soweit von allen größeren Krankheiten verschont zu bleiben.

Die Zeit rennt und rennt und rennt an mir vorbei, habe ich gerade das Gefühl. Ich bin jetzt schon seit mehr als FÜNF Monaten in Malawi! In letzter Zeit kann ich es garnicht fassen, wie viel Zeit vergangen ist. In zwei Wochen ist schon Halbzeit, in gut 6 Monaten muss ich schon wieder zurück:(
Warum mich die Zeit so überrollt, kann ich nur vermuten, denn sehr oft habe ich auch das gegenteilige Gefühl, das nämlich absolut garnichts passiert, und einzelne Stunden und Tage endlos erscheinen..
Was ich die ganze Zeit gemacht habe? November, Dezember, Januar?! Keine Ahnung,ist meine erste Reaktion, wo ist bloß die Zeit hin?
Ich vermute, vorallem was November und Januar angeht, dass, ohne dass ich es gemerkt habe, ich hier eine Alltagsroutine entwickelt habe, und deswegen, wie auch oft in Deutschland, erstaunt bin, wenn ich Freitags festellen muss, das schon wieder eine Woche rum ist.
Ich gehe früh morgens eben immer direkt in die Schule, nur mittags kurz heim, um was zu essen, und wenn ich dann um 3 bis halb 4 nachmittags nachhause komme, mich ausruhe, oder den Dingen widme, die so anstehen(abwaschen,essen kochen….), dann ist es meistens, bis ich fertig bin, schon wieder dunkel und der Tag quasi vorbei.

Tja, was ist in der Schule so passiert, was gibts neues?
Ich unterrichte immer noch Mathe in Form 1, und verbringe den restlichen Schultag in der Bibliothek.
Ende November, sprich am Ende des ersten der 3 Terms, in die das Schuljahr hier unterteilt ist, wurden in jedem Fach Klausuren geschrieben, und es fand kein regulärer Unterricht mehr statt.
Deswegen hat sich die Wiedereröffnung der Bibliothek immer weiter verzögert gehabt, aber nächsten Montag ist es nun ENDLICH so weit, das die Schüler definitiv wieder Bücher lesen dürfen:)
Die kaputten Bücher haben neue Umschläge, und mittlerweile sind alle Bücher mit Schulstempeln versehen, in einem großen Buch festgehalten und mit einer Signatur versehen, so dass sie leicht zu finden und wegzuräumen sind und eindeutig in unsere Schulbibliothek gehören:)
In den ersten Wochen, in denen Jana und ich in der Bibliothek saßen und den Schülern erlaubten, vor Ort Bücher zu lesen, haben es anscheinend einige geschafft, gerade bei Gedrängel Bücher an uns vorbeizuschmuggeln, auch deswegen war so lange geschlossen. Jedenfalls, nach einigem Verschieben, Ferien, meiner Abwesenheit(s.u.), haben wir es jetzt endlich geschafft, alle Lehrer&den Direktor zu versammeln und uns auf ein paar neue Regeln zu einigen,mit denen die Bibliothek nun wieder voll geöffnet wird.
Tut mir leid, ich schweife schon wieder aus, ich gebe mir Mühe. Jedenfalls, das Beispiel zeigt vielleicht immerhin, das man hier auf manche Dinge unendlich lange wartet, obwohl sie durch ein 30minütiges Gespräch zu erledigen sind.

Zu dem Thema fällt mir ein, ich habe immernoch keinen Strom.
„Immer noch nicht“, weil der Stromanschluss für mein Haus schon 2004 bezahlt worden war. Ok, der damalige Besitzer lebt inzwischen nicht mehr, und die Papiere sind wohl auch verschwunden, insofern verstehe ich, dass es dort einige Probleme gibt, aber auch die Schule wartet seit 2008 darauf, dass der damals bezahlte Stromanschluss gebaut wird.[Im Detail: Die Hauptstromleitung führt an der Hauptstraße -M1- entlang, an der auch direkt die Schule liegt. Es gibt Häuser, wie zB das von meinem Direktor, wo ich netterweise Handy und Co aufladen darf, die liegen 10min Fussweg und weiter entfernt, und haben Strom. Ich kann es mir nur so erklären, dass die NationaleStromgesellschaft nicht die nötigen Mittel und das Material hat, 2-3 Holzmasten aufzustellen und ein Kabel zu verlängern. Sowieso fährt mein Schuldirektor mindestens alle 2 Wochen nach Karonga(nächstgrößere Stadt) um persönlich nachzufragen, wo denn

Mit einem Mobiltelefon gesendet

Endlich sind die Mangos reif

Ich hab ja anfangs, wenn mir mal wieder die Tomaten und das warme Micropur(=Chlortabletten-)wasser zum Hals raushingen, auf dem Schulweg mit Argusaugen die zahlreichen Mangobäume und deren Blüten und sich langsam entwickelden Früchte beobachtet. Damals hieß es „ab Oktober“ sei Mangozeit, und ich hab echt die Tage bis zum 1.10. gezählt;)
Irgendwann konnte man dann tatsächlich einige frühe Sorten schon grün essen, schmeckten sehr säuerlich, aber wenns sonst höchstens mal Bananen an „Obst“ gibt, freut man sich trotzdem.
Letztes Wochenende, in Rumphi, habe ich dann meine allerereste süße, saftige, tiefgelbe, fädenziehende Mango gegessen, und seit dieser Woche stehen morgens in der Frühstückspause (10Uhr) kaum noch Vitumbua/Mandasi/Samosa-verkaufene Frauen vor der Schule, sondern hauptsächlich Kinder(ja,eigentlich sollte man von denen eher nichts kaufen, weiß ich) die eimerweise Mangos dort stehen haben:).
Sonntag habe ich mich zur Feier der Mangozeit erstmal dran satt gegessen, und ich denke nicht, dass sie mir soo schnell zum Hals raushängen werden.
Falls ichs noch nicht erklärt hatte: Vitumbua: „Bananenbrot“-fritierte handtellerkleine Fladen aus groben Maismehl und Bananen, schmecken aber nicht süß.
Mandazi(spricht man Mandasi): frittierte Teigbällchen(zutaten soweit ich weiß Wasser,Weizenmehl,Backpulver und manchmal Zucker)
Samosas(hier): frittierte Teigtaschen, die mit Kartoffeln/Reis/Gemüse/Zwiebeln, oder in der statt auch mit Fleisch gefüllt sind.
Gibt’s hier alles überall für wenig Geld[ 5(vitumbua) bzw. 10 Kwacha bzw. 20-50(Riesenmandazi und Fleischsamosas), ist etwa die Hälfte in (euro)cent] zu kaufen, an jeder Straßenecke, ausm Bus raus wenn der irgendwo hält oder eben auch in der Pause vor der Schule.

Mit einem Mobiltelefon von Sony Ericsson gesendet

2 Monate in Malawi

Hallo zusammen:)
Wie gehts euch in Deutschland bzw. dem Rest der Welt?
Mehr als 2Monate ist es inzwischen her, dass ich auf dem Flughafen in Lilongwe ankam.
Einerseits kann ich garnicht fassen, dass ich schon so lange hier bin, und in weniger als 10 Monaten schon wieder zurück sein werde, und andererseits hat sich doch recht schnell eine Art provisorischer Alltag etabliert..
Heute ist Montag, ca. 15:30Uhr.
Bin heute morgen gegen 6Uhr aufgestanden. Ja, ich weiß, in Deutschland war ich absolute Langschläferin, aber hier wird es morgens, sobald die Sonne aufgeht, so schnell hell,heiß und laut(Nachbarn,Tiere..), dass ich kaum länger schlafen könnte, zumal es abends gegen 18Uhr stockfinster wird und ich deswegen normalerweise recht zeitig schlafen gehe..
Der nicht untypische Tag ging dann so weiter: um 7Uhr in der Schule sein, nochmal alles durchgehen, was so ansteht, Unterricht vorbereiten, (ja, ich habe mit dem Unterrichten angefangen!), Kreide organisieren, rein in die Klasse. 40min ist alles wieder vorbei, zurück zu meinem Schreibtisch in die Bibliothek, ggf. Übungsaufgaben kontrollieren, Unterrichtsstunde auswerten oder schonmal die für morgen vorbereiten.
Dann widme ich mich den Bibliotheksaufgaben. Inzwischen sind alle Bücher gründlich durchgestempelt;) und ich bin endlich dabei, die Bücher mit Signaturen zu versehen und alle vorhandenen Bücher zu notieren. Auch wenns nicht so viele sind (unter 1000, und die Hälfte sind Grundschul- und Bilderbücher) dauert sowas doch eine ganze Weile. Zumal Material wie Papier, Tesafilm, Eddinge,usw. für hiesige Verhältnisse ziehmlich teuer und nicht selbstvereständlich vorhanden.(Dh. man muss sie im 3km entfernten Uliwa einkaufen sofern es die da gibt).
Die Bibliothek hat besteht aus einem großes Unterrichtsraum mit Tischen,Stühlen,Tafel usw, sowie einem etwas kleineren Raum mit Bücherregalen usw, inden man vom großen Raum aus kommt. Im Moment ist die eigentliche Bibliothek als wegen der Beschriftungsarbeiten usw. geschlossen, die Schüler können in ihren Freistunden aber weiterhin mit ihren eigenen Heften an den Tischen&Stühlen sitzen und lernen:)
Ja, um 10uhr gibts 10min Pause, wo Jana und ich uns meistens Mandazi oder Samosas holen, die vor der Schule verkauft werden(fritierte Teigbällchen bzw. mit zB Kartoffeln gefüllte Teigtaschen). von 12 bis 1 gibts ne Stunde Mittagspause, und wenn ich dann kurz nach 3 endgültig nach Hause komme, gibts endlich mal Zeit, für die Dinge, die sonst noch so getan werden wollen oder müssen;) Also zB. Wäsche waschen, einkaufen laufen, ein Buch lesen, Bao spielen lernen(ist hier ein beliebtes Brettspiel), oder endlich mal wieder nen Blogeintrag schreiben:)
Ich weiß, ich habs schon oft gesagt, trotzdem: Strom haben wir selber keinen, dementsprechend gehen wir alle paar tage zu unserem Schuldirektor, Handys&Laptops aufladen. Internet geht übern Stick und inzwischen auch über mein Handy, es sei denn, wegen der Treistoffkrise hat mein Handy bzw der Internetstick keinen Empfang.(In letzter Zeit lese ich auf meinem Handy häufiger mal „Nur Notrufe/Kein Empfang“ statt den Namen des hiesigen Netzanbieters, und ich vermute einfach mal, dass dies mit dem akuten Treibstoffmangel im Land zu tun hängt.)
Auf meinem Handy kann ich emails lesen sowie meistens auch auf Facebook zugreifen, d.h. ihr könnt mich so jederzeit gerne kontaktieren, ich geb mir Mühe mit den Antworten, aber übers Handy dürft ihr bitte keine allzulangen Ausführungen erwarten. Trotzdem freue ich mich über jede Mail;)
Was interessiert euch noch so?
Es ist inzwischen wirklich noch wesentlich heißer geworden. Ich sitze momentan vorm Haus auf unserer Terasse, deren Schatten langsam aber sicher von der wandernden verdeckt wird, und halte es hier nur aus, weil ich vorher meine Klamotten sowie meinen Kopf in unseren Wassereimer getaucht hatte. Das Wasser, was aus der Dusche kommt, ist um diese Tageszeit(eigentlich immer außer früh morgens) unerträglich warm, auch im Haus hält man es jetzt nicht lange aus, zumindestens nicht, ohne dass einem der Schweiß überall runter tropft. Um ehrlich zu sein, sind meine Klamotten inzwischen schon wieder getrocknet, nur bin ich zu faul, alle 10min aufzustehen..
Kochen tun wir meistens schon gegen 4 oder halb5, weils 1.mittags zu warm ist, um wirklich warm zu essen(und Salat in dem SInne gibts hier quasi kaum), und 2. weils um 6Uhr eben dunkel wird und im Dunkeln abzuwaschen oder gar zu kochen macht keinen Spaß ,dafür aber noch mehr Aufwand.

Was wollte ich euch noch erzählen? HAUSTIERE gibts hier jede Menge, große und kleine. Unsere Nachbarin/Vermieterin hat 2 Hunde und ne Katze, die hier gerne ums Haus rennen, ab und zu guckt auch mal ne Ziege(die, wenn ich richtig vermute, wohl den nächsten nachbarn 10m vor uns gehört) ins Haus rein, die ist aber eher scheu im Gegensatz zu den Hunden und vorallem der Katze, die am Anfang, wenn wir draußen gegessen haben (oder auch drinnen saßen und nicht alle Türen sowie jedes einzelne Fenster geschlossen hatten) wieder und wieder wege gefunden hat, AUF Tisch und Teller zu klettern. Inzwischen hat sie zum Glück verstanden, dass sie von uns nichts bekommt, bzw. das auf unsrem Teller kein Sima ist, sondern zB Nudeln, die sie garnicht mag. Ich hab nichts gegen Katze, aber auf Katzenhaare reagiere ich nun mal allergisch, die haben in meinem essen nix zu suchen. Geckos(oder jedenfalls so Reptilien, die ich mangels entsprechender Biokenntnisse dafür halte) siind hier absolute Dauergäste in allen Häusern. Anfangs hab ich mich immer erschrocken, wenn im Halbdunkeln irgendwas die Wände entlang huschte, aber ich habe mir sagen lassen , dass die Tiere absolut harmlos seien und im Gegenteil die ebenfalls recht zahlreichen Spinnen fressen würden. Seit dem finde ich es nicht mehr schlimm, wenn ich im Wohnzimmer bin und einer Wand verstecken sich alleine 4 Tiere.
Allerdings waren neulich, als ich morgens aufstand, die Bananen im Obstkorb alle angefressen, und wer, wenn nicht die Geckos, sollte das gewesen sein?
Was haben Hühner mit Geckos gemeinsam? Ja, die gibts hier auch, sie rennen aber eher draußen rum.. genau, sie können mich ebenfalls erschrecken. Und zwar wenn sie so laut durchs trockene Laub stapfen und Zweige knacken lassen, dasss ich schwören könnte, dort würden Menschen langlaufen.
Wer ist mir noch so begegnet? Stabheuschrecken zum Beispiel, oder nachts Frösche und Mäuse?Ratten?- da bin ich mir nicht ganz sicher.
Ansonsten gibts hier von Fliegen über Mücken bis zu Ameisen grundsätzlich ähnliche Insekten wie in Deutschland auch, wobei letzgenannte gerne mal wesentlich größer sind.
Ich hoffe einfach mal, dass die eher unbeliebsameren Begegnungen in der nahenden Regenzeit und danach nicht zunehmen werden..

Im Moment werden die ganzen Cassavawurzeln geerntet, geschält, eingekocht und zum Trocknen ausgelegt, in der Regenzeit soll dann, wenn ich es richtig verstanden habe, Mais gepflanzt werden.
Auch Ziegelbrennen und Häuserbau sind überall kräftig im Gange, wenn ich es hinbekomme, lade ich euch endlich mal ein Foto hoch;)
[Ich frage immer nach, bevor ich was fotografiere, im Falle der
Szene vor unserem Haus wurde ich direkt aufgefordert, meine Kamera
zu holen, sonst hätte es wohl nicht mit mir selber vereinbaren
können, diese Menschen einfach zu fotografieren und ins Internet zu
stellen. Ich versuche, auch einige Fotos als Mailanhang
mitzuschicken, wenn ich eure Postfächer (nicht) vollstopfe bitte
bescheidsagen!].

Ja, ich habe inzwischen angefangen zu Unterrichten, und obwohl ich mir das anfangs nicht zu getraut hatte, macht es mir inzwischen richtig Spaß. Es verschafft mir Abwechslung zum anfangs eher anspruchslosen Dauerbibliotheksaufenthalt( =dasitzen, Schüler beobachten, damit sie ruhig sind, arbeiten und keine Bücher klauen) und ich habe auch mehr Kontakt zu den Schülern. Vorallem ist es für mich was neues, wo ich mich mit auseinander setzen und Lösungen finden muss.
Weil ich trotzdem weiterhin für die Bibliothek zuständig sein will un dort mit der Systematisierung alle Hände voll zu tun habe, habe ich erstmal „nur“ mit Mathe in Form1 angefangen. Aber das sind immerhin schon 6std/woche, sprich im Durchschnitt jeden Tag eine. Lehrbücher gibts hier nicht im Klassensatz, und sowas wie Arbeitsblätter erstellen/kopieren ist hier finanziell auch undenkbar. in Mathe gehts noch, aber Jana unterrichtet Englisch(Literatur, nicht Grammatik) und da ist es schon schwierig, wenn immer jemand den Text vorlesen muss und ihn nie alle vor der Nase haben. Zumal es in Form1 über 50 Schüler_innen gibt, von denen ich die jüngsten auf höchstens 11-12 schätzen würde, während ich weiß, dass einige auch 19-20 sind. Und genauso groß sind leider auch Leistungsunterschiede und Vorwissen. Zumal viele mein Englisch kaum verstehen, oder einfach „Ja“ sagen, wenn ich frage, ob es alle verstanden haben- und die Aufgaben dann aber dochnicht lösen können..

lange Mail (ursprünglich an Mama)

So, ich schick euch jetzt einfach mal meine Mailanwort(an Mama) rum, weil ich denke, dass einiges bestimmt auch für euch interessant sein könnte, es kam sowieso der Vorschlag, statt eines Blogs doch lieber rundmails zu verschicken, weil man die leichter weiterleiten und lesen könnte. Ich lade dies hier jetzt mit aufm Blog hoch, und werde dann denke ich ab nächster Woche(d.h. ab Oktober) den Blog mit Passwortschutz oder so versehen, in einer Woche deshalb, weil ich dann in Lilongwe sein und hoffentlich zuverlässigeres Internet haben werde.

Wer auf die Rundmailliste möchte (oder das Passwort braucht), kommentiert einfach den Artikel hier, oder schickt mir ne email;) [Facebook geht auch, ne Antwort dort könnte aber evt länger
dauern, emails
gehen für mich im Moment am Schnellsten, denke ich.]

Ich? Hm. war in Lilongwe relativ überzeugt von Doxy. Nach dem Sonnenstich hab ich aber am 2.Abend, als ich tagsüber doch mal kurz im Garten gewesen war, es mir wieder schlecht ging usw. , die Doxy(zusammen mit ner Paracetamol) quasi direkt wieder ausgespuckt.
Dann wollte ich eigentlich den Arzt fragen, ob Doxy vielleicht nicht nur die Sonnenempfindlichkeit der Haut, sondern eben auch des Körpers selber beeinflussen könnte und irgendwie hatte ich auch vorgehabt, mal „Hautpilz“ zu googlen, weil meine Arme so aussahen, als würden sie sich schälen(haben sie aber nicht), ich hatte mich immer mit Sonnencreme eingecremt, aber sonst nicht, d.h. vielleicht war die Haut auch einfach nur trocken.
Jedenfalls habe ich Doxy bisher nicht wieder angesetzt.
Ja, hier surrt und zirrpt es nachts unglaublich laut, und ich hatte auch schon einige Mückenstiche(aber nicht besonders viele, wesentlich weniger als in Deutschland in mückenreichen Sommern),nur haben sie uns in Lilongwe bezügl. der Anophokles(?)-Mücke gesagt: Die hört man nicht, ihre Stiche sieht man nicht und ihre Stiche jucken auch nicht. Sprich: Wenn ich surren höre (draußen) kann ich evt schlecht einschlafen, wenn ich Mückenstiche habe, jucken die halt, ABER Gedanken bezüglich Malaria muss ich mir nur insofern machen, als das ich ja evt auch von ner Malariamücke gestochen worden sein könnte, einfach weil die andere Mücke ja auch durchs Nobite gekommen ist.
Apropos, du hättest von mir heute(da ich am PC sitze) sowieso noch ne email bekommen, denn: Ich bin vorgestern 4Wochen bzw. heute einen Monat im Land- und die erste Nobiteflasche ist alle ^^
Ich hab an dich gedacht, mal sehn was ich mit den leeren Flaschen mache.. denn irgendwie wurde mir der „Meilenstein“ 4Wochen bewusst, und Müll ist hier sowieso ein Thema..
Mal sehen, ich will nicht ausschließen, dass ich in der Regenzeit oder so wieder anfange mit Doxy, werd ich sehen.
Naja, AlinaMaj hatte uns nen Heftchen geschrieben, wo sie ganz viele Dinge, u.a. auch alle mehr oder weniger in der Umgebung liegenden Krankenhäuser beschrieben hat, und das eine kann man locker mitm Fahrrad oder zu Fuß erreichen, da waren Jana ich schon mal auf „erkundungstour“.(Also davor, aber den Eingang findet man Notfalls, aber es ist privat und Weiße werden wohl immer vorgelassen, was ich zwar für die Malawische Bevölkerung völlig unfair finde, was mir aber zu gute kommen würde wenn es mir schlecht ginge..). Jedenfalls hatte sie uns auch genau geschrieben, welche Einrichtungen Labore für Malariatests haben usw.
Radio? Ne, leider nicht,mein Handy hat ein Radio eingebaut, aber beim Handy versuche ich normalerweise, strom zu sparen. Sowieso gibt es hier im Norden (im Nichts) glaube ich nur 2 Radiosender, die abwechselnd auf Englisch und Chichewa?Chitumbuka? Nachrichten senden, dazuwischen aber auch viel Musik spielen, die ich mir nicht freiwillig anhöre(zB Jazz;)

Meine Wunschliste an Dingen, die ich aus Deutschland hier gerne hätte, ist ziehmlich lang…. allerdings sind es viele Essensdinge usw, also es ist eigentlich nix Überlebenswichtiges dabei, und teilweise ist es auch eine Einkaufsliste für wenn ich nächste Woche wieder in Lilongwe bin..
(Und villeicht habt ihr ja Lust, mir ein Weihnachtspäckchen zu schicken, wie damals nach Neuseeland oder so?)

Ja, die eine Woche war ganz schön krass, also Jana war ja mit hergefahren, und ich wusste ja, dass sie eigentlich mit mir alles kennenlernen sollte und dass sie bald kommen würde usw.. vorallem kam ich mir z.B. in diesem riesigen Haus völlig fehlplaziert vor, alleine, und gegenüber in einem Schppen quasi fast, wohnte die Vermieterin zu mehreren…
Also: Aufm Weg hier hoch habe ich auch (runde) Lehmhäuschen gesehen, soweit ich mich richtig erinnere, hier gibts aber fast ausschließlich aus Ziegeln gemauerte Häuser, die dann wie „unseres“ meistens noch entsprechend verputzt sind. 1-2Lehmhäuschen bin ich hier aber auch schon übern Weg gelaufen, vorallem sieht man auch viele „Häuser“, von denen zB die Ziegelwände fertig oder auch nur zum Teil stehen- keine Ahnung, ob dann vielleicht Geld/Material zum Weiterbauen fehlt, jedenfalls sieht man aber auch viele Häuser im Bau.
Aufm Weg zur Schule laufen wir an einem großen Loch vorbei, um dass reihenweise frische (noch ungebrannte) (Lehm)ziegel liegen- wahrscheinlich gibts hier den Boden um Ziegelhäuser zu bauen.
Der Weg zur Schule ist nicht weit. man kommt an- lass mich nachdenken- 2 oder 3 „Häusereinheiten“ vorbei, dazwischen sind immer so 50m Feldweg oder so.. Mit „Häusereinheit“ meine ich, dass es eben öfter wie bei uns zB ein großes Wohnhaus und dahinter noch ein kleineres mit mehreren nebeneinanderliegenden Räumen gibt, neben dem einen Haus, an dem wir immer vorbeilaufen, steht z.B. auch ein Hühnerstall. außenrum ist braune, feste dunkle Erde/Sand, und bei uns ums Haus wird z.B. morgens dieser „Dreck“ gefegt, war wir eher befremdlich finden. Es wird schon irgendwie einen Sinn haben, aber wir haben ihn eben noch nicht ausfindig machen können.
„Unser“ Haus ist schon relativ groß, es hat einen recht symmetrischen Grundriss, wenn man reinkommt, kommt man in einen Vorraum, in den wir jetzt unseren Gaskocher(großer Campingkocher im Prinzip, 1Platte mit Gasflasche unten drunter) reingestellt haben. links(wenn man reinkommt) ist ein kleiner Raum, für den wir keinen wirklichen Nutzen haben bisher. Geht man geradeaus durch die Tür, kommt man in eine Art Wohnzimmer, rechter Hand haben wir ein großes Sofa(längs) und 2Sessel, dazwischen einen Sofatisch.
Links direkt an der Wand steht ein Küchenregal, mit Utensilien,Gewürzen etc, und gegenüber vom Sofa ein Esstisch. Geradeaus gibts allerdings eine weitere Tür, die auf eine Art Terasse führt. Für diese hat Jana uns ein Sofa aus Lilongwe mitgehen lassen, sodass wir meistens draußen essen;)
Generell wird hier wenig an „Esstischen“ sondern eher aufm Sofa bzw. aufm Boden/draußen gegessen, soweit ich das mitbekommen habe.
Wenn man durch die Tür in besagtes Wohnzimmer tritt, gehen links und rechts 2Türen in Miniflure, wo es nochmal 2 bzw. 3 Türen gibt- je links(ich) und rechts(Jana) neben dem Wohnzimmer haben wir unsere (recht großen) Zimmer. Auf der Kocherseite gibt es nochmal 2 kleinere Zimmer in Richtung Kocherseite. Außerdem gibt es zwischen dem kleinen und dem Kocherzimmer auf Janas Seite eine Dusche- das ganze Zimmer hat Rauputz und einen schrägen Boden, ist dazu ziehmlich schmal. Am Ende, zur Wand nach draußen, ist unten ein kleines Loch in der Wand, dass direkt nach draußen geht, in eine große „Regenrinne“, die auf dem Boden um das ganze Haus läuft. Und von innen an dieser Wand führt eine Wasserleitung nach oben zu einem Duschkopf- ja, wir haben drinnen eine Dusche:)
Und ok, wirklich warm ist sie nicht, aber morgens weckt es mich auf(wenn ich mich dazu durchgerungen habe mich drunter zu stellen) mittags, wenn Kälte schon angenehm wäre, ist das Wasser durch die Sonne sowieso vorgewärmt, und abends auch. Also es geht schon. Problematischer ist, dass aus der Dusche kein Wasser kommt, wenn draußen jemand den Hahn aufdreht- und wenns sehr trocken ist, kanns auch vorkommen, dass dass Hahnwasser alle ist- in Janas erster wirklicher Woche hier oben haben wir stehts viele Menschen um/an der Wasserpumpe unserer Gegend gesehen- die quasi(wenn man nicht die kleinen Feldwege abkürzen würde) aufm Weg zur Schule von uns aus liegt.
Unsere vorher beschriebene „Eingangstür“ liegt in einer Art Gang(es kommt mir eher wie ein Flur vor), der auf einer Seite von unserem Haus, und auf der anderen Seite von einem kleineren „Haus“ begrenzt wird. Dieses andere „Haus“ hat in „Gang“richtung auch so eine Art überdachte Terasse wie wir gegenüber unsres Hauses(d.h. in die gleiche Himmelsrichtung, Westen), aber dieses „Haus“ hat 3?4? Räume, deren (Eingangs)türen alle zum „Gang“ hin öffnen. Ich sollte wirklich ein Foto schicken.. ich hab allerdings noch nichts fotografiert, komme mir immer komisch vor, wenn andere Leute in der Nähe sind.
Achso, das Plumpsklo liegt schrägt hinter diesem „Haus“(Richtung Nordwesten), am Südlichen Ende des Ganges liegt der Wasserhahn für alle.
Alle? Ja, in den 3?4?Räumen gegenüber unsres Hauses wohnt eine ältere Frau Namens Nyanpeti, die (wenn ich das richtig verstanden habe) Vermieterin des Hauses ist, mit Patricia, einer jungen Frau, die quasi ihre Adoptivtochter zu sein scheint. Beide können leider (fast) kein Englisch, und auch mein Chitumbuka ist noch sehr begrenzt, sodass die Verständigung mit ihnen sehr schwer fällt.
Patricia scheint auch mind. 1 kleine Tochter zu haben, die ich am Anfang öfter und dann nichtmehr gesehen habe- wie gesagt, dadurch, dass die Verständigung mit den beiden hauptsächlich über Hände und Füße bzw. Gesten funktioniert, ist es nicht immer einfach..

Dadurch, dass die beiden so dicht bei uns wohnen, und sich eben tagsüber eigentlich immer in dem „Gang“ zwischen den Zimmern bzw. beim Wasserhahn oder so aufhalten, kam ich mir vor allem am Anfang eher vor wie in einer Gastfamilie.
Essen hatten wir in Lilongwe etwas eingekauft gehabt, nur hatte ich ja keine Kochmöglichkeit, ich hätte mir erst von den beiden ihre Feuerstelle erklären lassen müssen. Andererseits wollte ich auch nicht einfach so bei ihnen mitessen, also ich bekomme ja von der GIZ extra Verpflegungsgeld, und Alina hatte es ja auch so gemacht, dass sie mitgegessen hat(Sima) und aber Beilagen/Gemüse dazu gekauft hat bzw. ihnen Geld gegeben hat, wenn sie dazu selber nicht die Zeit hatte. Mir wurde aber immer wieder nur gesagt ich sei deren Gast/Besucher, und Gäste/Besucher würde man hier einladen und Malawi wäre so gastfreundlich und man könne nicht „bezahlen“ wenn man eingeladen würde… Damit hatte ich ein ziehmliches Problem, ja ich war gleich am 2.Tag unten in Uliwa(großere Häusersammlung mit Markt,kleinen Läden und lokalem „Super“markt, wo die komplette Umgebung anscheinend einkaufen geht) gewesen, und hab irgendwann einfach Patricia das Gemüse gegeben, was ich ja sowieso nicht hätte selber kochen können.
Aber nach Uliwa und zurück ist man locker ne Stunde unterwegs, und eines unserer Fahrräder (wo der Sattel höher eingestellt war) lässt sich kaum fahren, ich weiß nicht, was genau kaputt ist, aber man spürt selbst auf geraden Strecken keinen Widerstand beim Treten bzw. kommt einfach nicht vorwärts. Nach Uliwa geht’s den Berg runter, mitm Auto sieht man den Höhenunterschied kaum, aber mitm Fahrrad rollt man die komplette Strecke (vielleicht 10min) einfach runter. Das Problem ist hoch, da schiebt man locker 30-40min, und das mit Einkäufen und durch die Sonne..

Jedenfalls haben mir Nyanpeti oder Patricia anfangs einfach so essen in Warmhaltebehältern ins Haus gestellt, in dem ich mir wie ein Eindringling vorkam.(Ich sitze in ihrem Wohnzimmer und sie draußen vorm Haus? Sie bekochen und bediehnen mich auch noch?!)
Und es gab eben immer Sima mit mehr oder weniger Beilagen(heißen hier „Relish“ bzw. „Dende“ in Chitumbuka). Ja, man kanns essen, ich hab eigentlich von Anfang an gesagt, es ist zwar nicht meine Lieblingsspeise, aber ich kanns schon essen. Ok, ich hatte mich die ganze Zeit darauf gefreut, die Nudeln essen zu können, die bei uns ungekocht in der Küche standen, aber erst als Jana mit dem Gaskocher kam wurde mir bewusst, wie sehr ich „abwechslungsreiches“ Essen doch vermisst hatte.

Es gibt hier bei uns zu dieser Jahreszeit an „Relish“ quasi kaum Variationsmöglichkeiten. Überall um unser Haus wachsen Cassavapflanzen, und alle Malawier scheinen Felder zu haben, die ihnen gehören. Die Wurzeln(vermehren sich wie bei Kartoffeln die eine Knolle, die man in den Boden steckt) sind die „eigentliche“ Cassava, roh schmecken sie sehr stärkehaltig(erinnern im Geschmack an rohes Mehl, schmecken mir aber trotzdem gut),gekocht erinnern sie mich eher an Kartoffeln. Die Blätter kann man ebenfalls essen, als „Relish“, und die gabs in der Woche auch sehr viel, aber mir sind sie zu bitter. Sima selber hat eigentlich kaum einen Eigengeschmack bzw. schmeckt mir am Besten, wenn ich viel Relish mit dazu esse, aber wenns Cassavablätter gibt, esse ich das Sima lieber pur;)

Zu kaufen gibt’s hier oben an der Straßenkreuzung(bisschen weiter als die Schule, nur in die andere Richtung) Eier und Tomaten, unten in Uliwa aufm Markt bekommt man Zwiebeln, Tomaten, Kartoffeln(heißen hier Irish Potatos), Grüne Blätter(heißen hier „Chinese Cabbage“, sehen aber ganz anders aus als das, was bei uns als „Chinakohl“ bekannt ist), Erdnüsse(ganz sowie gemahlen,als Gewürz), manchmal Süßkartoffeln, seltenst Kochbananen und das wars.

Abwechslungsreich zu essen, auch wenn man selber kocht, ist also nicht leicht, wenn man irgendetwas Frisches/Gemüseartiges essen will, gibt es eigentlich immer nur Tomaten. Obst haben wir in Uliwa noch überhaupt nie gesehen, ich beobachte jeden Tag aufm Schulweg detailiert, wie aus den Blüten an manchen Bäumen schon langsam kleine grüne Mangos werden, und hoffe, dass mit „im Oktober geht’s los“ Anfang Oktober gemeint ist.

Nudeln, Kartoffeln, Reis, Pfannkuchen, Pommes, Kartoffelbrei, Fladenbrot,… -das lässt sich alles super variieren, aber wir freun uns inzwischen, wenn wir mal einen Tag(oder wenigstens Abend) keine Tomaten essenJ.

Fleisch essen wir ja beide keins, Jana auch keinen Fisch, aber „großen“ Fisch habe ich hier auch nur einmal in der ersten Woche gesehen(sehr lecker), ansonsten gibt’s überall ganz viele Minifische(in etwa so lang wie meine Handfläche), die einfach frittiert und ganz gegessen werden. In dieser ersten Woche gabs die 1x zum Sima, danach habe ich mir geschworen, nie wieder Fisch zu essen. (Den großen, den ich dann direkt danach gegessen hatte, fand ich zum Glück lecker). Aber dieser Minifisch ist so klein, dass man die Gräten kaum rauskriegt, ist man sie mit, ist er allerdings furchtbar bitter, zumal ich mir nicht vorstellen kann, dass das gesund ist. Nur: Sima ist man ja mit der Hand, und ich weiß nicht, ob du jemals versucht hast, einen Fisch mit einer Hand von seinen Gräten zu befreien, aber ich habs nicht geschafft.

Milch gibt’s hier, in Form von Milchpulver oder als Ultra-H-milch in 250ml-Tetrapacks bzw. Plastiktüten, aber andere Milchprodukte(Sahne,Joghurt,Quark,Frisch- oder Hartkäse..) eben überhaupt nicht. (Außer in den „Westlichen“(=Südafrikanisches) Supermärkten in Lilongwe und Blantyre.)
Letzten Samstag sind wir hoch nach Karonga gefahren, ca. 70km, 1h mitm Auto bzw. bis zu 2h mitm Minibus, hauptsächlich, um Obst einzukaufen. Haben dann, obwohl Karongas Zentrum nicht viel größer als Uliwa ist, tatsächlich Bananen, Gurken, (grüne) Paprika, Erbsen, Avocado, Möhren und Äpfel!! gefunden:). Obwohl es mitm Auto keine 30min zur Grenze nach Tansania sind, wo das Warenangebot sehr viel größer sein soll, merkt man davon wenig- die Äpfel hatte die Verkäuferin angeblich in Lilongwe aufm Markt gekauft und selbst(vielleicht im Bus?) hochgefahren.

Das Problem ist eben die Hitze. Gurken, Tomaten, Paprika & Co. halten sich hier nicht länger als 2 Tage, wenn man sie dann (schon angetrocknet) kocht, vielleicht noch mal einen halben, aber tagsüber ist es hier einfach zu heiß. Bei uns im Haus steht tagsüber die Hitze, Janas Wecker zeigt zwar „nur“ 33°C im Haus, aber wir haben schon einiges wegschmeißen müssen, gerade zuvielgekochtes Essen und verschimmeltes Gemüse.

Vorallem bekommt man zB aufm Markt alles in Plastiktüten, dadrin fängt aber natürlich alles an zu schwitzen und zu schimmeln. „Brot“ beschränkt sich hier auf das weiche, weiße, süße, nach Tost aussehende, geschnittene und abgepackte „Brot“, dass mir aus Neuseeland, aber auch Besuchen in England und den USA wohlbekannt ist. Scheint ein Phänomen ehemals britischer Gebiete zu sein, wobei es hier (vor allem aufm Land) gar keine dunkleren Alternativen oder gar dunkles Mehl gibt. Jedenfalls schmeckt das, wenn es nicht ganz frisch ist, gar nicht mehr(vertrocknet) wie ich finde, zumal es eben auch sehr schnell schimmelt. Alternativ essen wir morgens meistens selbst wenn mans umrechnet noch teure Haferflocken oder Cornflakes(Kellogs normale;). An Brotaufstrich stehen Blueband(schlechte Margarine), Honig, Erdnussbutter und manchmal Marmelade aus der Dose zur Verfügung. (Ok,man könnte auch wieder Tomaten essen..) Wobei bei der Dosenmarmelade- abgesehen davon, dass sie bei uns eher rar ist- das Problem die Dose ist, die man hier nicht entsorgen kann.
In Lilongwe gibt es ein Abwassersystem und eine Müllabfuhr, aber hier, im Ländlichen, kippt man alle Abwässer aufs Feld(zB vom Wäschewaschen/Geschirrspülen/Zähneputzen), bzw auf den festen Boden davor, oder sie werden, wie das Duschwasser, in die Regenrinne ums Haus und von da in ein Loch im Boden geleitet. Am Anfang fand ich das super schlimm, aber angelblich ist werden Duschgel&Co durchs Waschen so stark verdünnt, dass es nicht schlimm ist. Abfall- der hier aber kaum anfällt- kommt in ein etwas flacheres Bodenloch, und wird dann ab und zu verbrant. (Wurde uns gesagt, gesehen habe ichs noch nicht.) Gurkenschalen,ok, Plastiktüten brennen angeblich ganz gut und eignen sich, um das Feuer anzuzünden, aber Aluminiumdosen kann man eben nicht verbrennen. Deswegen versuchen wir, so was hier nicht zu kaufen, und sollten wir doch mal Abfälle derart haben, werden wir sie wohl nach Lilongwe mitnehmen müssen.

Achso, genau, man könnte die Lebensmittel natürlich in Zeitung einwickeln, werden wir wohl auch mal probieren, aber Zeitungen gibt’s nur unten in Uliwa im Supermarkt, und sie sind für hiesige Verhältnisse recht teuer(200K, umgerechnet knapp 1 Euro, aber der Durchsnittsverdienst pro Monat liegt wohl bei 10.000K,sprich 40-50€, auch wenn dazu fast jeder noch Felder hat und sich bestimmte Dinge selber anbaut).

Dunkel wird’s hier etwa um 6pm(abends;), und zwar ziehmlich schnell, und dann ist es, wenn nicht gerade Vollmond ist, auch Stockfinster. Um halb sieben kommst mir meistens vor, als wäre es schon abends um 10 oder noch später, und ich werde, wenn ich nicht in einem elektrisch erhellten Raum sitze, entsprechend müde. Ist aber vielleicht auch ganz gut, denn morgens so gegen 5Uhr fängt es an zu dämmern, fangen die Hähne an zu Krähen und die Menschen an aufzustehen, sprich es wird laut, und wenn ich nicht allzuspät schlafen war, sondern so gegen halb 9 im Bett war, dann wache ich auch um 5.30Uhr auf. Ja, ich Langschläferin bin direkt an meinem ersten Wochenende hier oben um 7.30Uhr aufgestanden, da war ich dann einfach hellwach, der Biorhythmus scheint sich ohne viel künstliches Licht sehr schnell anzupassen. 7.30Uhr ist übrigens unglaublich spät, Nyanpeti hat an dem Morgen wohl mehrfach versucht, trotz Vorhang durch mein Fenster zu gucken, weil sie nicht glauben konnte, dass ich tatsächlich noch schlafe.

Wir müssen auch so früh aufstehen, denn um 7Uhr geht die Schule los(bzw. 7Uhr müssen die Schüler da sein und alles Fegen, 7.10Uhr geht’s dann los), und um 10 ist es eigentlich schon so heiß, dass ich nicht mehr freiwillig eine längere Strecke durch die Sonne laufen will und ohne Mütze sowieso nichts mehr geht.

Also abends ist nicht mehr viel los, manchmal reden wir noch, gucken einen Film aufm Laptop(wenn der noch Strom hat) oder setzen uns raus zu den anderen, die allerdings eher Chitumbuka reden oder traditionelle(?) Lieder singen. In der ersten Woche saß ich viel draußen, ich hatte irgendwie nie die Ruhe, auch mal reinzugehen und ein Buch zu lesen oder so, zumal man hier eben viel draußen zusammen sitzt, und sie es gar nicht kennen, dass man

Dennis, Alinas bester Freund und etwa so alt wie wir, hängt eigentlich, außer zum Schlafen, immer bei uns rum, und war gerade am Anfang oft meine letzte Rettung, weil er etwas Englisch spricht und manchmal in der Verständigung helfen kann.

Inzwischen sind, in die Räume gegenüber unserer Tür, noch 3(?) weitere Jungs, die ich auf höchstens 10 bzw. den einen sogar älter als ich schätzen würde, eingezogen. Sie haben jetzt mit Form1 auf „unserer“ Schule angefangen und wohnen da „Internatsmäßig“, weil der tägliche Anfahrtsweg anscheinend zu weit wäre.

Die Altersschätzungen sind ziehmlich ungenau, die Menschen sind vor allem hier im Norden eher kleiner als bei uns, was mir vorallem dann auffällt, wenn ich auf die Terasse oder Toilette will, weil besagte Türrahmen unglaublich niedrig sind. (Ja, das Plumsklo hat einen betonierten Boden(mit Loch) und Steinwände sowie eine Holztür und ein Wellblechdach, aber wenn ich drinnen stehe geht mir der Türrahmen gerade mal bis zur Schulter, ich hab aufgehört zu zählen, wie oft ich mir bereits den Kopf gestoßen habe.)

Wellblechdächer sind hier sehr üblich, haben aber den Nachteil, dass selbst Nieselregen schon so laut ist, dass man innen kein Wort mehr verstehen kann. (Ich zumindestens nicht, gleich an meinem ersten Tag hier habe ich –zum bisher einzigen Mal- einige Regentropfen gesehen.)
Anscheinend ist es in der Regenzeit teilweise so schlimm, dass der Unterricht ausfällt- da gibt’s dann wohl regenfrei;)

Hab ich euch schon mal die Fenster beschrieben? Ich meine schon. Jedenfalls gibt’s hier immer Gitterstangen davor, um es möglichen Einbrechern schwerer zu machen.

Von der Straßenkreuzung führt eine ca. 6km lange Teerstraße zum Hafen, wo die Ilala(das einzige Schiff, dass auf dem Malawisee verkehrt) regelmäßig anlegt, dieser Hafen ist aber eine Art Halbinsel. Folgt man dagegen der Hauptstraße M1, die direkt vor der Schule langführt, runter nach Uliwa(3km), kommt man glaube ich schneller an den See, und vor allem scheint es dort ewiglange Sandstrände zu geben, während der Hafen felsig/steinig ist. Schilf habe ich hier noch nirgends gesehen. Generell ist es hier eigentlich recht dünn, aber durchgehen besiedelt, wie ich finde, ich selber kann keine wirklichen „Döfer“ ausmachen, sondern alle paar Meter steht mal ein Haus, in der Nähe der Straße eher dicht, und dahiner gibt’s eher Felder. Ok, zwischen Kreuzung und Wasserpumpe gibt’s auch mal 300Straßenmeter, von denen aus man kein Haus sieht, aber so ist hier im Norden grob die Siedlungsstruktur. Wohnen tue ich im Norden des Landes, im District Karonga, in der Gegend Chilumba, und wenn ich zB in Uliwa( dass auch in Chilumba liegt) gefragt werde, dann sage ich z.B., dass ich „Bei Tawuka“(der Schule) wohne, sofern die Leute diese kennen. Ein Name des „Dorfes“ selbst wäre mir nicht bekannt. Es gibt hier allerdings eine sogenannte Traditional Authority(TA), also Traditionelle Dorf- und Regionsoberhäupter, und dementsprechend sicherlich auch –mir unbekannte- „Orts“grenzen.

Ganz liebe Grüße aus Malawi, Selina J